Stützgedanke 0019

Bombardiere nicht

Bombardiere nicht

Bombardiere nicht, und du wirst nicht bombardiert.

Sinn

Der Mensch lässt oft seinen eigenen Krieg in die Welt hinaus und wundert sich dann, dass selbst die Stille um ihn herum nach Pulver riecht. Dieser Gedanke richtet die Aufmerksamkeit auf das, was wir unter den Namen Verteidigung, Wahrheit oder notwendige Reaktion aussenden.

Volltext

Bombardiere nicht, und du wirst nicht bombardiert.

Ein einfaches Gebot, könnte man meinen.

Fast offensichtlich.

Sogar zu offensichtlich für eine Welt, die das Offensichtliche zuerst gern ignoriert und danach heldenhaft die Folgen beseitigt.

Der Mensch ist ein seltsames Wesen.

Zuerst wirft er einen Stein in die Welt.

Dann wundert er sich, dass die Welt ihm keinen Strauß Gänseblümchen zurückgeschickt hat.

Zuerst spricht er grob.

Dann ist er über Grobheit beleidigt.

Zuerst verletzt er fremde Grenzen.

Dann klagt er, jemand sei seinen eigenen zu nahe gekommen.

Zuerst bombardiert er.

Dann empört er sich, dass etwas zurückkam.

Und jedes Mal gibt es eine schöne Erklärung.

„Ich hatte keine Wahl.“

„Sie haben angefangen.“

„Ich habe mich nur verteidigt.“

„Das ist etwas anderes.“

„Ihr versteht die ganze Situation nicht.“

Der Mensch findet immer etwas, womit er seine eigene Aggression bedecken kann.

Der Verstand ist darin ein großer Spezialist: In fünf Minuten kann er jede Grobheit als edle Mission verkleiden, jede Rache als Wiederherstellung der Gerechtigkeit, jede innere Explosion als Verteidigung spiritueller Grenzen.

Aber das Gesetz ist einfach.

Was ein Mensch in die Welt entlässt, wird früher oder später zur Atmosphäre, in der er selbst lebt.

Nicht immer wörtlich.

Nicht immer sofort.

Nicht immer von denselben Menschen.

Doch wenn innen ständig Krieg ist, merkt der Mensch eines Tages, dass sogar die Stille um ihn herum nach Pulver riecht.

Bombardiere nicht, und du wirst nicht bombardiert.

Und wenn du schon sehr bombardieren willst, halte wenigstens eine Minute an und frage dich:

„Verteidige ich gerade die Wahrheit — oder ertrage ich nur meine eigene Gereiztheit nicht?“

Manchmal reicht diese Frage, damit das Geschoss im Lager bleibt.

Und das, meine Freunde, ist schon ein kleiner Waffenstillstand...

Warum ausgewählt

Dieser Gedanke eröffnet den neuen Bogen mit dem Thema der zurückkehrenden Handlung: Was der Mensch in die Welt entlässt, wird allmählich zu seiner eigenen Umgebung.

Forschungsnotiz

Der Text untersucht den Mechanismus moralischer Rechtfertigung von Aggression: die innere Gewohnheit, Gereiztheit in eine edle Mission zu verwandeln.

Ashraellen symbol— mark of presence