Wahre Spiritualität wird nicht aufgezwungen.
Sie verzaubert.
Nicht weil jemand mit strengem Gesicht kommt, eine heilige Liste von Verboten öffnet und dem Menschen mitteilt, dass er nun dringend besser, heller und bequemer für die himmlische Buchhaltung werden muss.
Nein.
Wahre Spiritualität entsteht nicht aus Angst vor Strafe.
Angst kann Gehorsam hervorbringen.
Sie kann Gewohnheit hervorbringen.
Sie kann äußere Korrektheit hervorbringen.
Sie kann einem Menschen sogar beibringen, die Hände schön zu falten und am richtigen Ort die richtigen Worte zu sagen.
Aber Angst bringt keine lebendige Beziehung zur Quelle hervor.
Sie bringt Vorsicht hervor.
Und die Seele sucht nicht Vorsicht.
Die Seele sucht Verbindung.
Wärme.
Stille.
Gegenwart.
Dieses innere Licht, neben dem man nicht mehr den Heiligen spielen muss, weil man endlich wirklich sein darf.
Wahre Spiritualität beginnt nicht mit einer Drohung.
Sie beginnt mit Wiedererkennen.
Der Mensch fühlt plötzlich: Das ist meins.
Nicht weil es mir befohlen wurde.
Nicht weil man mir Angst gemacht hat.
Nicht weil man mir eine Belohnung für gutes Verhalten versprach.
Sondern weil tief innen die Seele die Richtung nach Hause erinnerte.
Darum braucht wahre Spiritualität keine Gewalt.
Man kann einen Menschen nicht zwingen, Gott zu lieben.
Man kann der Seele nicht befehlen, sich zur Quelle auszustrecken.
Man kann nur ein lebendiger, stiller und ehrlicher Zeuge dieses Weges werden, sodass neben einem ein anderer Mensch vielleicht selbst lauschen möchte.
Nicht sich unterwerfen.
Antworten.
Denn wahre Spiritualität ist keine Angst vor dem Himmel.
Sie ist die Sehnsucht der Seele nach Verwandtschaft mit ihm...

