SEVEN richtet sich vor allem an Menschen, die Literatur lesen. Um Zugang zum Zyklus zu finden, muss niemand Forschungsprotokolle studieren, die Geschichte religiöser Moral kennen oder die Hypothesen des Autors teilen. Jeder Band soll als eigenständiges Werk bestehen können — mit seinen Figuren, seiner Welt, seiner Spannung und seinen menschlichen Entscheidungen.
Der Zyklus könnte Leserinnen und Leser ansprechen, die psychologische Romane und Dystopien mögen, unzuverlässige Rechtfertigungen, schleichende Charakterveränderungen, moralische Grauzonen und Geschichten, in denen die Gefahr nicht mit einem Monster beginnt, sondern mit einem verständlichen »Ich wollte doch nur das Beste«.
Wer liest, begegnet keinen bloßen Beispielen für Definitionen, sondern Menschen, deren Entscheidungen zugleich Mitgefühl, Widerspruch und Wiedererkennen auslösen können. Man kann eine Figur verstehen, ohne ihr Verhalten zu entschuldigen; eine andere für eine Tat verurteilen, ohne sie insgesamt für schlecht zu erklären. Raum für diesen Widerspruch zu lassen, gehört zum literarischen Anliegen.